Fenster tauschen – Kosten, Materialien und Förderung im Überblick

Christian Schröder Veröffentlicht: 15.07.2026

Aktualisiert: 28.08.2026

POCASIO Redaktion

28.08.2026

Fenster tauschen - Kosten und Förderungen beim Fenstertausch

Ein Holzfenster aus den Siebzigern liegt beim U-Wert bei rund 2,8 W/(m²K). Ein heutiges Fenster mit Dreifachverglasung erreicht 0,95 oder besser. Über dieses Bauteil verlierst du also grob dreimal so viel Wärme wie nötig, ohne dass du es siehst.

Rechne trotzdem nicht damit, dass sich der Tausch allein über die Heizkosten trägt. Fenster sind an der Gebäudehülle die Maßnahme mit der längsten Amortisationsdauer. Sinnvoll wird er, wenn die Fenster ohnehin am Ende sind, wenn eine Förderung dazukommt oder wenn du den Wohnkomfort willst: keine Zugluft, kein kalter Fensterplatz, weniger Straßenlärm.

Woran du erkennst, dass die Fenster getauscht werden sollten

Typische Anzeichen sind spürbare Zugluft bei geschlossenem Fenster, Kondenswasser an der Innenseite der Scheiben, schwergängige oder klemmende Rahmen und sichtbare Einfachverglasung.

Ein einfacher Test für die Verglasung: Halte abends eine Flamme vor die Scheibe und zähle die Spiegelbilder. Zwei Bilder bedeuten Einfachglas, vier Zweifach, sechs Dreifach. Verschiebt sich eines der Bilder farblich, sitzt dort eine Wärmeschutzbeschichtung.

Auch das Baujahr hilft weiter. Fenster, die älter als 20 bis 25 Jahre sind, erreichen den heutigen Standard in aller Regel nicht mehr. Welche Schwachstellen je nach Baujahr typisch sind, zeigt der Beitrag Typische Baujahre und ihre Problemzonen.

Welches Material passt zu deinem Haus?

Vier Materialien stehen zur Wahl. Sie unterscheiden sich in Preis, Lebensdauer und Pflegeaufwand.

  • Kunststoff ist die meistgewählte Option in Deutschland. Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis, praktisch wartungsfrei, gute Dämmwerte. Lebensdauer rund 30 bis 40 Jahre.
  • Holz dämmt sehr gut und sieht besser aus, will aber alle 5 bis 8 Jahre einen neuen Anstrich oder eine Lasur. Wer das zweimal verpasst, hat Feuchtigkeitsschäden am Rahmen. Bei konsequenter Pflege halten Holzfenster 30 bis 50 Jahre. Rechne die Pflege ein: Bei zwölf Fenstern über 40 Jahre sind das fünf bis acht Anstriche.
  • Aluminium ist witterungsbeständig und langlebig, dämmt ohne thermische Trennung aber schlechter als Holz und ist teuer. Der Einsatzbereich sind große Glasflächen und der gewerbliche Bau.
  • Holz-Aluminium kombiniert Holz innen mit einer Aluminiumschale außen: 40 bis 50 Jahre Lebensdauer bei geringem Pflegeaufwand. Auch die teuerste Variante.

Zwei- oder Dreifachverglasung?

Die Frage entscheidet sich nicht am Geschmack, sondern an zwei Zahlen. Der Gesetzgeber verlangt beim Fenstertausch im Bestand einen U_w-Wert von höchstens 1,3 W/(m²K). Die BEG-Förderung verlangt höchstens 0,95. Den ersten Wert erreicht auch eine gute Zweifachverglasung, den zweiten in der Praxis nur eine Dreifachverglasung.

Wenn du Förderung willst, ist die Entscheidung damit gefallen. Wenn nicht, ist Zweifachverglasung legal und bei Südfenstern mit viel direkter Sonne sogar diskutabel, weil sie mehr passive Sonnenwärme durchlässt. Über das ganze Jahr gerechnet gewinnt in den meisten Fällen trotzdem die bessere Dämmung.

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Achte auf den richtigen Buchstaben: Maßgeblich ist immer U_w, der Wert für das gesamte Fenster aus Rahmen und Glas. U_g gilt nur für die Verglasung und ist deshalb schmeichelhafter. Wer nur die Scheiben in vorhandenen Rahmen tauschen lässt, muss einen U_g-Wert von höchstens 1,1 erreichen. Das scheitert oft daran, dass alte Rahmen die Glasdicke nicht aufnehmen.

Das Lüftungskonzept, an das kaum jemand denkt

Alte Fenster lüften unfreiwillig mit. Über undichte Fugen zieht ständig Luft durch, und mit ihr geht Feuchtigkeit nach draußen. Neue Fenster schließen dicht. Die Feuchtigkeit aus Duschen, Kochen und Atmen bleibt im Haus und sucht sich die kälteste Oberfläche. Das war früher die Fensterscheibe, an der du das Kondenswasser gesehen hast. Nach dem Tausch ist es die weiterhin ungedämmte Außenwand, meist hinter dem Schrank in der Zimmerecke. Dort siehst du es erst, wenn es schimmelt.

Deshalb schreibt die DIN 1946-6 vor: Sobald mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht wird, muss ein Lüftungskonzept erstellt werden. Bei einer kompletten Fenstersanierung ist diese Schwelle immer überschritten, oft schon beim Austausch in einem einzigen Geschoss.

Das Konzept ist zunächst nur eine Bewertung, keine Anlagenplanung: Reicht der verbleibende natürliche Luftwechsel für den Feuchteschutz, oder nicht? Erstellen darf es auch der Fensterbauer oder der Montagebetrieb. Fällt die Bewertung negativ aus, reichen häufig passive Lösungen wie Fensterfalzlüfter oder Außenwandluftdurchlässe.

Frag beim Angebot ausdrücklich nach, ob das Lüftungskonzept enthalten ist. Wenn nicht, hast du es trotzdem zu verantworten.

Was kostet ein Fenstertausch?

Die folgenden Werte gelten für ein Standardfenster von etwa 1,2 mal 1,3 Metern mit Dreifachverglasung, inklusive Einbau, Demontage und Entsorgung des alten Fensters:

  • Kunststoff: meist 500 bis 800 €, in einfachen Ausführungen darunter
  • Holz: häufig 650 bis 1.100 €
  • Aluminium: meist 800 bis 1.400 €
  • Holz-Aluminium: 900 bis 1.400 €, bei Sonderanfertigungen deutlich mehr

Für ein Einfamilienhaus mit 10 bis 12 Fenstern ergibt das bei Kunststoff eine Gesamtinvestition von grob 6.000 bis 14.000 €, bei Holz-Aluminium eher 12.000 bis 20.000 €.

Nicht enthalten sind die Posten, die Angebote gern separat führen und die zusammen eine vierstellige Summe erreichen können: Laibungsarbeiten, Fensterbänke innen und außen, Rollläden, Insektenschutz, Malerarbeiten nach dem Verputzen. Lass dir jedes davon einzeln ausweisen, sonst sind zwei Angebote nicht vergleichbar.

Fördermöglichkeiten beim Fenstertausch

Zuständig ist die BAFA über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen. Über die KfW gibt es für den Fenstertausch als Einzelmaßnahme keinen Zuschuss mehr.

Der Grundzuschuss beträgt 15 % der förderfähigen Kosten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan verdoppeln sich die förderfähigen Kosten von 30.000 auf 60.000 € pro Wohneinheit. Achtung bei der Bonus-Rechnung: Seit dem 21. Juli 2026 gibt es die zusätzlichen 5 Prozentpunkte erst ab 30.000 € förderfähiger Investition und nur auf den Betrag darüber. Bei einem Fenstertausch für 12.000 € entfällt der Bonus vollständig.

Drei Bedingungen, an denen es in der Praxis scheitert:

  • Der U-Wert. Höchstens 0,95 W/(m²K) für das gesamte Fenster, für Dachfenster 1,0. Lass dir den Wert im Produktdatenblatt und auf der Rechnung ausweisen, er wird für den Verwendungsnachweis gebraucht.
  • Der Zeitpunkt. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein. Wer erst beauftragt und dann beantragt, bekommt nichts.
  • Die Entscheidung für einen Weg. BEG-Zuschuss und Steuerermäßigung nach § 35c EStG lassen sich nicht kombinieren. Bei kleineren Maßnahmen ohne iSFP-Bonus kann der Steuerweg mit 20 % der Aufwendungen der bessere sein.

Was ein individueller Sanierungsfahrplan ist und wie ein Energieberater dabei unterstützt, erklärt der Beitrag Energieberater & iSFP.

Wie läuft ein Fenstertausch ab?

Am Anfang steht das Aufmaß vor Ort. Danach werden die Fenster gefertigt, je nach Anbieter und Auftragslage dauert das einige Wochen. Der Einbau selbst ist pro Fenster in wenigen Stunden erledigt, ein Einfamilienhaus mit zehn Fenstern ist häufig in wenigen Arbeitstagen durch.

Die Laibungsarbeiten kommen danach: Verputzen und Anpassen der Wandanschlüsse rund um das neue Fenster. Wie lange das dauert, entscheidet der Zustand der Altsubstanz, und das sieht man erst, wenn das alte Fenster draußen ist.

Ein Punkt zur Reihenfolge: Wenn du die Fassade später noch dämmen willst, sag das dem Fensterbauer jetzt. Fenster werden dann idealerweise weiter außen, in der späteren Dämmebene, eingebaut. Wer erst tauscht und zwei Jahre danach dämmt, hat an jeder Laibung eine Wärmebrücke und im ungünstigen Fall genau dort den Schimmel, den die neuen Fenster verhindern sollten.

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Häufige Fragen

Was kostet ein neues Fenster inklusive Einbau?

Je nach Material meist 500 € für ein einfaches Kunststofffenster bis 1.400 € für ein Holz-Aluminium-Fenster, jeweils mit Dreifachverglasung und Standardmontage. Für ein Einfamilienhaus mit 10 bis 12 Fenstern sind das 6.000 bis 20.000 €. Laibung, Fensterbänke und Rollläden kommen extra.

Welches Material ist am langlebigsten?

Holz-Aluminium mit 40 bis 50 Jahren, ähnlich wie gut gepflegte Holzfenster. Kunststoff liegt mit 30 bis 40 Jahren darunter, braucht dafür keine Pflege. Bei Holz gehört der Anstrich alle 5 bis 8 Jahre in die Rechnung, sonst wird aus der längeren Lebensdauer nichts.

Lohnt sich eine Dreifachverglasung immer?

Wenn du Förderung willst, ja: Der geforderte U_w-Wert von 0,95 W/(m²K) ist mit Zweifachverglasung in der Praxis nicht zu erreichen. Ohne Förderung genügt gesetzlich ein U_w von 1,3, den auch gute Zweifachverglasung schafft. Bei Südfenstern mit viel direkter Sonne kann sie sogar Vorteile haben.

Brauche ich beim Fenstertausch ein Lüftungskonzept?

Ja, sobald mehr als ein Drittel der Fenster getauscht wird. Das schreibt die DIN 1946-6 vor. Erstellen darf es auch der ausführende Fachbetrieb. Ohne dieses Konzept riskierst du Feuchteschäden, weil die alte Fugenlüftung wegfällt, und unter Umständen die Förderung.

Gibt es Förderung für den Fenstertausch?

Ja, über die BAFA mit 15 % Grundzuschuss, sofern die Fenster einen U_w-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K) erreichen. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden. Alternativ gibt es die Steuerermäßigung nach § 35c EStG, beides zusammen geht nicht.

1 Kommentar zu „Fenster tauschen – Kosten, Materialien und Förderung im Überblick“

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Franzo82131
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Svenja9819
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Violetta Freiberg
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Stefanie Bisdorff
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Axel Rode
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Kai Fabricius
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nutzer421
21 Juli 2024
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Chrille1987HH
21 Juli 2024
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Endlich auch als App! Im Web schon ein mega Tool für den Hausbau, jetzt auch perfekt für unterwegs!
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jojojjjooo
20 Juli 2024
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Michael Schöpe
2 Januar 2023
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