Erdarbeiten Kosten – Das kosten die Erdarbeiten beim Hausbau

Erdarbeiten Kosten – Das kosten die Erdarbeiten beim Hausbau

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Erdarbeiten gehören beim Hausbau zu den ersten Meilensteinen bei der Errichtung des Eigenheims. Diese grundlegenden Arbeiten beim Hausbau machen auch einen gewissen Teil der Baukosten aus. Wie hoch die Kosten für die Erdarbeiten tatsächlich sind, hängt davon ab, ob ein Keller gebaut werden soll und deshalb eine Baugrube ausgehoben werden muss oder ob lediglich der Oberboden abgetragen werden muss, um die Bodenplatte zu bauen.

Aber auch die Beschaffenheit des Untergrunds entscheidet darüber, was die Erdarbeiten kosten (wie wir damals selber erfahren „durften“).

Was kosten Erdarbeiten beim Hausbau?

Pauschal lässt sich die Frage nach den Preisen für den Tiefbau kaum beantworten. Zu viele Faktoren spielen hier hinein. Grob gesagt liegen die erwartbaren Kosten für die Erdarbeiten beim Bau eines Hauses bei 20.000 bis 30.000 Euro für ein Einfamilienhaus mit 80 bis 100 Quadratmetern überbauter Fläche.

Prinzipiell spielen folgende Punkte eine nicht unerhebliche Rolle bei der Kostenentwicklung:

  • Die geografische Lage des Grundstücks und damit verbunden die regional unterschiedlichen Arbeitslöhne für die Tiefbauer.
  • Die Kosten für die Entsorgung des Aushubs. Hierbei spielen nicht nur die Menge des Erdaushubs eine Rolle, sondern auch die Entfernung zur Deponie und die Deponiekapazität.
  • Die Beschaffenheit des Bodens (Fels, nicht tragfähiger Untergrund, etc.)
  • Schadstoffe im Boden. In diesem Fall muss der Aushub gesondert entsorgt werden, was die Kosten für die Erdarbeiten schnell ansteigen lässt.

Welche Arbeitsschritte verursachen bei den Erdarbeiten die meisten Kosten?

Egal ob das neue Eigenheim mit Keller gebaut wird oder nur eine Bodenplatte errichtet wird, diese Aushubarbeiten fallen bei allen Bauweisen an:

  • Das Abtragen des Mutterbodens: Bei humosen Böden wird eine 20 bis 30 cm dicke Schicht des Mutterbodens abgetragen. Verrechnet wird in Quadratmeterpreisen.
  • Aushub der Baugrube: Des Weiteren erfolgt der Aushub für die Fundamentarbeiten und Leitungsgräben. Diese Kosten werden nach Kubikmeter verrechnet. Bei der Kostenentwicklung spielt die Bodenbeschaffenheit eine wichtige Rolle. Bei felsigem Untergrund fallen diese deutlich höher aus.
  • Kosten für das Entsorgen des Erdaushubs: Der Preis hierfür wird pro Kubikmeter oder Tonne zuzüglich einer Stundengebühr für den LKW errechnet.
  • Kanalisationsarbeiten: Hierzu zählen die Verlegung von Leerrohren für Schmutz- und Regenwasser, Errichtung von Rohranschlüssen, dem Bodenablauf sowie einer Schmutzwasseranlage dazu. Verrechnet wird hier der Laufmeter und/ oder die Stückzahl.
  • Kosten für das Verfüllen des Aushubs: Diese Erdarbeiten werden pro Kubikmeter oder Tonne verrechnet.
  • Beton- und Stahlarbeiten: Diese Arbeiten werden bei Tiefergründungen, Frostschürzen oder zusätzlichen Fundamenten benötigt.
  • Dämmarbeiten an der Kelleraußenwand: Der Bauherr kann selbst die Stärke und Art der Dämmung bestimmen und damit den Preis für die Tiefbauarbeiten beeinflussen.

Zu den genannten Erdarbeiten können je nach Grundstück, Lage des Grundstücks und Bodenbeschaffenheit weitere Positionen hinzukommen. Diese können beispielsweise der Bodenaustausch, Straßensperrungen, Verbau, Hangsicherung und vieles mehr sein.

Wegen der unterschiedlichen Ausgangssituation und der zahlreichen weiteren Einflussfaktoren kann der Preis für die Erdarbeiten nur schwer vorhergesagt werden. Jedoch liegen die Kosten meist in der folgenden Größenordnung.

Ungefähr anfallende Kosten für Erdarbeiten beim Hausbau

  • Das Abtragen des Oberbodens kostet zwischen 5 bis 10 Euro pro Kubikmeter.
  • Weitere Aushubarbeiten kosten pro Kubikmeter ungefähr 10 Euro zusätzlich. Je nach Bodenklasse können diese aber auch höher ausfallen.
  • Je nach Material, was für die anschließende Verfüllung verwendet wird, liegen die Kosten bei 20 bis 30 Euro pro Tonne.
  • Weitere Kosten entstehen bei der Entsorgung des Erdaushubs. Diese liegen zwischen 15 bis 40 Euro pro Kubikmeter. Je länger die Transportwege, desto teurer kann es werden.

Die Bedeutung der Bodenbeschaffenheit und deren Auswirkungen auf die Kosten der Erdarbeiten

Ein entscheidendes Kriterium für die Kosten der Erdarbeiten, und für den gesamten Hausbau, ist die Bodenbeschaffenheit. Ermittelt wird diese mit einem Bodengutachten. Für Preisgestaltung der Erdarbeiten sind folgende Bodenklassen von Bedeutung:

  • Bodenklasse 1: Oberboden
  • Bodenklasse 2: sehr hoher Wassergehalt, der Boden lässt sich abschöpfen.
  • Bodenklasse 3: leicht lösbarer Boden (Kies oder Sand)
  • Bodenklasse 4: mittelschwer lösbarer Boden
  • Bodenklasse 5: schwer lösbare Bodenarten mit vielen Steinen
  • Bodenklasse 6: leicht lösbarer Fels, leicht brüchiges und zerklüftetes Gestein. Die Kosten für die Erdarbeiten sind deutlich teurer als bei den Klassen davor.
  • Bodenklasse 7: Schwer lösbarer Fels, Bohrungen und Sprengungen sind nötig.

Bei sehr gut lösbarem Boden und einer Bodenklasse von 2-3 liegen die Preise für den Tiefbau bei etwa 8 bis 20 Euro pro Kubikmeter.

Ab Klasse 5 wird es deutlich teurer. Und ab Bodenklasse 6 oder 7 belaufen sich die Preise für die Tiefbauarbeiten oft schon auf 90 Euro und mehr pro Kubikmeter.

Zusätzlich gilt: Sollen Schächte und Gräben ausgehoben werden, muss generell mit höheren Kosten gerechnet werden. Hier werden für eine niedrige Bodenklasse meist 25 Euro pro Kubikmeter fällig. In den höheren Bodenklassen hingegen sind das oft mehr als 100 Euro pro Kubikmeter.

Welche Kosten entstehen beim Wiedereinfüllen des Bodens und dem Verdichten?

Die Kosten belaufen sich in der Regel auf 15 Euro pro Kubikmeter. Gelegentlich können die Kosten für diese Tiefbauarbeiten auch höher ausfallen. Das wird von der Bodenbeschaffenheit und Grundstückslage (Hanglage) bestimmt.

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Welche Kosten können für die Entsorgung des Aushubs anfallen?

Hier muss unterschieden werden, was mit dem Aushub passieren soll. Wird er auf dem Grundstück zwischengelagert, entstehen kaum Kosten. Meist belaufen sich diese auf 3 bis 5 Euro/ m³.

Muss das Erdreich nach den Aushubarbeiten jedoch auf einer Deponie entsorgt werden, schlüsseln sich die Kosten dafür wie folgt auf:

  • Die Verladearbeiten (Arbeitszeit, Gerätepauschale) für das Erdreich
  • Der Abtransport des Erdreichs
  • Die Entsorgung des Erdaushubs auf der Deponie

Bei kleineren Aushubarbeiten, die ohne ein großes Gerät selbst durchgeführt werden können, reicht es hingegen oft, einen großen Container zu bestellen. Inklusive der Transportkosten, der Containermiete und der Entsorgung belaufen sich die Kosten so meist auf 20 bis 30 Euro/ m³. Vorausgesetzt der entsorgte Aushub entspricht den Deponiebedingungen. Verunreinigtes Material mit Wurzelstöcken, Steinen oder Ähnlichem ist bei der Entsorgung meist teurer.

Zudem dürfen im Bodenmaterial keine Asphaltreste, Bruchstein, Schotter oder Putz enthalten sein. Sinnvoll ist es daher, um sich vor zu hohen Kosten zu schützen, lediglich Boden ab 1 m Tiefe zu entsorgen.

Die Kosten für die Aushubarbeiten im Überblick

  • Bei Aushubmengen bis rund 15 m³ benutzen auch professionelle Tiefbauer oftmals Container für die Entsorgung. Die Kosten für die ausgeführten Erdarbeiten belaufen sich, inklusive Befüllen, Abtransportieren und Entsorgen, auf 35 bis 50 Euro pro Kubikmeter.
  • Größere Mengen werden mit einem Lkw abtransportiert. Hierfür fallen 9 EUR bis 18 EUR pro m³ an.

Daher ist es immer sinnvoll, das Erdreich möglichst weiterzuverwenden. So kann es durchaus Sinn machen, den Mutterboden gegen Selbstabholung zu verkaufen oder zu verschenken. Unter Umständen kann dieser auf einer anderen Baustelle zum Verfüllen genutzt werden. Ehe der Mutterboden verkauft wird, muss aber klar sein, dass das Aushubmaterial auf der eigenen Baustelle nicht mehr benötigt wird. Denn Mutterboden und Erdreich als Füllmaterial kaufen zu müssen ist nicht billig.

Übrigens: Belastetes Bodenmaterial kostet in der Entsorgung deutlich mehr. Verantwortlich für die Bestimmung der Schadstoffbelastung des Bodens ist der Grundstücksbesitzer.

Was kostet ein Bodengutachten?

Die Kosten für ein Bodengutachten, das im Zusammenhang mit den Erdarbeiten erstellt wird, hängen unter anderem von der Anzahl der Probebohrungen ab. In der reichen aber zwei Bohrungen an gegenüber liegenden Grundstücksecken aus. Die Gesamtkosten für das Gutachten sind dann mit 400 bis 600 Euro zu beziffern. Sind Probebohrungen an allen vier Grundstücksecken erforderlich, verdoppeln sich die Kosten.

Weitere Informationen findest du auch in unserem Ratgeber zum Bodengutachten.

Wie kann der Aushub für eine Baugrube berechnet werden?

Um die ungefähren Kosten in seine Bauplanung mit einkalkulieren zu können, empfiehlt es sich, den Aushub für die Baugrube zu berechnen. Wird etwa ein Keller gebaut, darf nicht allein mit der Größe der geplanten Grundfläche gerechnet werden. Rund um das Fundament muss es einen Bewegungsraum geben. Hierzu werden eventuell Rampen oder zusätzliche Absicherungen notwendig. Daher sollten 1 bis 3 Meter mehr, als die geplante Grundfläche ist, eingerechnet werden. Soll der Keller mit einer Perimeterdämmung versehen werden, sind 3 Meter erforderlich.

Beispielrechnung

  • Grundfläche des Baus 10 m x 10 m, Tiefe des Aushubs: 3 m. Aushubvolumen 10 m x 10 m x 3 m = 300 m³
  • Tatsächliches Aushubvolumen: (10 m + 3 m) x (10 m + 3 m) x 3 m = 13 m x 13 m x 3 m = 507 m³.

Welche Abstände bei Baugruben zudem ringsherum eingehalten werden müssen, wird in den Bauvorschriften der Gemeinden geregelt.

Was kostet eine Bodenplatte im Zusammenhang mit den Erdarbeiten?

Sind die oberen Erdschichten nicht tragfähig genug, kann ein Bauvorhaben schnell teuer werden. Denn ergibt die Überprüfung der Tragfähigkeit des Baugrundes, zu der jeder Bauherr verpflichtet ist, eine unzureichende Tragfähigkeit der oberen Bodenschichten, muss ein Bodenaustausch erfolgen.

Dafür wird der vorhandene Boden bis auf 2 Meter Tiefe abgetragen und entsorgt. Danach wird ein tragfähiges Bodenmaterial schichtweise eingebracht und verdichtet. Die Kosten sind ungefähr doppelt so hoch wie für normale Erdarbeiten. Schließlich wird die Fundamentgrube praktisch zweimal ausgehoben.

Nach dem Bodenaustausch sind umfassende Lastdruckversuche erforderlich. Nur so wird die Tragfähigkeit des neuen Untergrundes bestimmt. Auch hierfür muss mit beträchtlichen Zusatzkosten gerechnet werden.

Insgesamt kann eine Bodenplatte dann bei minderer Bodenqualität durchaus 15.000 EUR oder mehr kosten. Damit wird eine Bodenplatte also nicht immer kostengünstiger als ein Keller.

Problematisch an der ganzen Sache ist außerdem, dass ein Bodengutachten in der Regel erst dann beauftragt wird, wenn gebaut werden soll. Demnach liegen beim Kauf des Baugrundstücks nur wenige Informationen über die Bodenqualität und die Tragfähigkeit der oberen Bodenschichten vor. Somit beginnt das Bauvorhaben gleich mit massiven, ungeplanten Kosten.

Unter Umständen lohnt es bei einer geringen Bodentragfähigkeit, noch einmal umzuplanen und eventuell doch einen Keller in Erwägung zu ziehen.

Fazit zu den Kosten die Erdarbeiten beim Hausbau

Grundsätzlich sollten für die Erdarbeiten beim Hausbau genügend Kosten einkalkuliert werden. Denn spätestens, wenn das erforderliche Bodengutachten eine zu geringe Tragfähigkeit des Baugrundes ergibt, verdoppeln sich die Kosten. Läuft alles nach Plan, fallen für ein Einfamilienhaus 20.000 bis 30.000 Euro an. Da die Kosten aber regional stark schwanken, ist es ratsam, für eine grobe Kostenermittlung die folgenden drei Kostenpunkte bei einem Tiefbauunternehmen zu erfragen:

  • Die Kosten für das Abtragen des Mutterbodens
  • Die Aushubkosten der Baugrube
  • Die Kosten für die Deponie des Aushubmaterials

Als Alternative zum Abtransport des Erdreichs in eine Deponie, kann das Bodenmaterial auch zum Verfüllen auf dem Grundstück zwischengelagert werden. Wird es gar nicht mehr benötigt, findet sich möglicherweise auch eine andere Baustelle, die den Mutterboden verwenden kann. Das ist nicht nur Kosten einsparend, sondern spült eventuell auch den ein oder anderen Euro in die eigene Baukasse.

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