Förderung deiner Sanierung: So sicherst du dir staatliche Unterstützung

Christian Schröder Veröffentlicht: 30.07.2025

Aktualisiert: 28.08.2026

POCASIO Redaktion

28.08.2026

Förderung deiner Haus-Sanierung - wir erklären dir wie es funktioniert

Die Sanierungsförderung läuft nicht über zwei, sondern über drei getrennte Wege, und jeder hat eine eigene Behörde, eigene Sätze und eigene Fristen. Wer den falschen Antrag bei der falschen Stelle einreicht, verliert Zeit und im schlimmsten Fall den Anspruch.

Stand: August 2026, nach der BEG-Reform vom 21. Juli 2026. Die Sätze wurden dabei spürbar geändert, ältere Ratgeber führen überholte Zahlen. Unser Baufinanzierungsrechner berücksichtigt immer die aktuellen Zinssätze..

Die drei Förderwege

  • Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und Anlagentechnik laufen über das BAFA. Dämmung, Fenster, Außentüren, Lüftung, Heizungsoptimierung.
  • Der Heizungstausch läuft seit dem 1. Januar 2024 über die KfW, Programm 458, und nicht mehr über das BAFA. Wer den Antrag beim BAFA stellt, wird abgewiesen.
  • Die Komplettsanierung zum Effizienzhaus läuft über den KfW-Kredit 261 mit Tilgungszuschuss, beantragt über deine Hausbank.

Alle drei Wege setzen voraus, dass dein Gebäude bereits steht. Für Neubauten gibt es keine dieser Förderungen.

Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle

Die Grundförderung liegt bei 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Gefördert werden die Dämmung von Außenwänden, Dach, Kellerdecke und oberster Geschossdecke, der Austausch von Fenstern und Außentüren, Lüftungsanlagen und die Heizungsoptimierung.

Die förderfähigen Kosten sind pro Kalenderjahr gedeckelt: 30.000 € für die erste Wohneinheit, je 15.000 € für die zweite bis sechste und je 8.000 € ab der siebten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan verdoppeln sich diese Grenzen.

Was die einzelnen Maßnahmen vor Abzug der Förderung kosten, zeigt der Beitrag Sanierungskosten nach Maßnahme. Details zu den Gewerken stehen in Dach sanieren, Fenster tauschen und Lüftungsanlage.

Der Heizungstausch

Hier liegt die höchste Förderquote der gesamten Sanierungsförderung. Der Zuschuss setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

  • Grundförderung 30 Prozent für alle, die eine förderfähige erneuerbare Heizung einbauen.
  • Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent seit dem 21. Juli 2026. Er sinkt halbjährlich weiter und entfällt ab August 2028. Wichtig: Die alte Heizung muss bei Antragstellung noch funktionstüchtig sein, sonst entfällt dieser Bonus.
  • Einkommensbonus für Selbstnutzer, gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen: 40 Prozentpunkte bis 30.000 €, 30 Prozentpunkte bis 40.000 €, 10 Prozentpunkte bis 50.000 €. Mit mindestens einem minderjährigen Kind erhöht sich die maßgebliche Grenze einmalig um 10.000 €.

Der Gesamtzuschuss ist auf 80 Prozent gedeckelt. Förderfähig sind Kosten bis 28.000 € für die erste Wohneinheit, was einen maximalen Zuschuss von 22.400 € ergibt. Der Effizienzbonus und der Emissionsminderungszuschlag sind mit der Reform ersatzlos entfallen.

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Voraussetzung ist ein bestehendes Wohngebäude, dessen Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. Der Antrag läuft ausschließlich online über das Portal „Meine KfW“, nicht über die Hausbank. Was beim Tausch technisch zu beachten ist, steht im Beitrag Heizung tauschen.

Die Komplettsanierung zum Effizienzhaus

Ein Effizienzhaus verbraucht weniger Primärenergie als ein vergleichbares Referenzgebäude. Die Stufe gibt an, wie viel Prozent des Referenzverbrauchs übrig bleiben: Effizienzhaus 40 ist besser als 85. Im Bestand sind die Stufen 85, 70, 55, 40 und Effizienzhaus Denkmal förderfähig.

Gefördert wird über einen zinsverbilligten Kredit von bis zu 150.000 € je Wohneinheit, dazu kommt ein Tilgungszuschuss, den du nicht zurückzahlst. Die Reform vom 21. Juli 2026 hat dabei drei Dinge verändert, die du kennen solltest:

  • Der Kredithöchstbetrag ist einheitlich auf 150.000 € je Wohneinheit gesetzt.
  • Die Erneuerbare-Energien-Klasse ist keine Bonusstufe mehr, sondern Mindestanforderung. Erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme müssen mindestens 65 Prozent des Energiebedarfs für Wärme und Kälte decken. Der frühere Bonus von 5 Prozentpunkten dafür entfällt.
  • Die Tilgungszuschüsse wurden über alle Stufen pauschal um 10 Prozentpunkte gesenkt. Im Gegenzug wird der Zins stärker verbilligt. Das ist keine neutrale Verschiebung: Ein Tilgungszuschuss ersetzt Eigenkapital, ein günstiger Zins senkt nur die Rate.

Nach den vorliegenden Auswertungen der neuen Richtlinie führt die Kürzung dazu, dass für die unteren Stufen kein Tilgungszuschuss mehr bleibt und nur der verbilligte Kredit wirkt. Zusätzliche Boni gibt es weiterhin für ein besonders schlechtes Bestandsgebäude („Worst Performing Building“) und für serielle Sanierung, beide zusammen gedeckelt. Die exakte Staffel je Stufe entnimmst du dem aktuellen KfW-Merkblatt zum Programm 261, weil sich die Angaben in Ratgeberquellen derzeit widersprechen.

KfW 261 und die Heizungsförderung 458 lassen sich nicht gleichzeitig nutzen. Bei der Komplettsanierung ist die Heizung im Effizienzhaus-Paket bereits enthalten.

Der Sanierungsfahrplan und was er heute noch bringt

Der individuelle Sanierungsfahrplan galt lange als sicherer Bonus: 5 Prozentpunkte mehr auf jede Einzelmaßnahme. Seit dem 21. Juli 2026 gilt das nicht mehr uneingeschränkt. Der Bonus wird erst ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 € gewährt, und die 5 Prozentpunkte greifen nur auf den Anteil oberhalb dieser Schwelle.

Praktisch heißt das: Bei einer Fenstersanierung für 20.000 € bringt der iSFP keinen Cent zusätzliche Förderung. Sein Wert liegt heute vor allem in der verdoppelten Kostenobergrenze und in der Reihenfolge, die verhindert, dass ein Bauteil zweimal angefasst wird. Wie sich das rechnet, steht im Beitrag Energieberater und iSFP.

Förderung oder Steuerbonus

Ein Punkt, der in Förderratgebern meist fehlt: Statt der Förderung kannst du die Steuerermäßigung nach § 35c EStG nutzen, 20 Prozent der Aufwendungen über drei Jahre verteilt, höchstens 40.000 € je Objekt. Voraussetzung sind selbstgenutztes Wohneigentum, ein bei Beginn über zehn Jahre altes Gebäude und eine Bescheinigung des Fachunternehmens nach amtlichem Muster.

Beides zusammen geht für dieselbe Maßnahme nicht. Es ist ein Wahlrecht, und bei der Heizung ist der KfW-Zuschuss in den meisten Fällen deutlich günstiger. Interessant wird der Steuerweg vor allem dann, wenn der Förderweg aus Reihenfolgegründen versperrt ist, etwa weil bereits beauftragt wurde. Rechne das mit dem Steuerberater durch, bevor du dich festlegst.

Was in allen Programmen gilt

Diese Regeln haben mehrere Reformen überstanden und sind der stabile Teil der Förderlandschaft.

Antrag vor Vorhabenbeginn. Die Auftragsvergabe an den ausführenden Betrieb gilt als Beginn. Eine nachträgliche Antragstellung führt zum vollständigen Verlust des Anspruchs. Es gibt eine praktische Ausnahme: Du darfst einen Vertrag schließen, wenn er eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthält, die ihn von der Förderzusage abhängig macht. Lass dir das schriftlich in den Vertrag schreiben, mündliche Zusagen des Handwerkers helfen dir gegenüber der KfW nicht.

Energieeffizienz-Experte. Für die Gebäudehülle und für das Effizienzhaus ist die Einbindung eines Experten aus der offiziellen dena-Liste zwingend. Seine Kosten sind selbst förderfähig. Auf einen Termin wartest du je nach Region mehrere Wochen, was den Zeitplan bestimmt.

Fachunternehmen. Die Arbeiten muss ein Fachbetrieb ausführen und die Ausführung bestätigen. Bei Eigenleistung sind je nach Programm allenfalls Materialkosten förderfähig, und auch das nur mit fachlicher Bestätigung. Die Fachunternehmererklärung ist Pflichtdokument, kläre vor der Auftragsvergabe, dass der Betrieb sie ausstellt.

Mittelvorbehalt. Alle Bundesprogramme stehen unter Haushaltsvorbehalt. Sind die Mittel erschöpft, gibt es keine Bewilligung mehr, wie es bei der Barrierereduzierung mehrfach passiert ist. Plane die Förderung als Verbesserung, nicht als Voraussetzung deiner Finanzierung, und leg einen Puffer für den Eigenanteil zurück.

Altbau und Denkmal

Bei Altbauten ist das Einsparpotenzial am größten, entsprechend lohnt die Förderung dort am meisten. Bevor du planst, solltest du den Zustand kennen. Wie das geht und welche Schwachstellen für welche Bauepoche typisch sind, zeigen die Beiträge Altbausanierung und Typische Baujahre und ihre Problemzonen.

Für denkmalgeschützte Gebäude gibt es die eigene Stufe Effizienzhaus Denkmal mit angepassten Anforderungen, weil eine Außendämmung dort oft ausscheidet. Jede Maßnahme braucht vorab die Zustimmung der Denkmalschutzbehörde, und dafür solltest du deutlich mehr Vorlauf einplanen als bei einem normalen Bauantrag. Dazu kommen häufig eigene Landesprogramme und die Denkmal-AfA.

Regionale Programme

Neben Bund und KfW fördern viele Länder, Landkreise und Kommunen zusätzlich, oft für Photovoltaik, Gründächer, Regenwassernutzung, Heizungstausch oder Beratung. Auch Stadtwerke und regionale Energieversorger haben eigene Programme.

Eine bundesweite Übersicht gibt es nicht, deshalb bringt hier ein Anruf mehr als eine Suchanfrage. Frag bei der Förderbank deines Bundeslands, bei der Umwelt- oder Bauverwaltung deiner Kommune und bei deinem örtlichen Versorger.

Die Reihenfolge

  1. Energieberatung, idealerweise mit iSFP als Ergebnis. Der Zuschuss dafür wird selbst gefördert.
  2. Entscheiden, ob Einzelmaßnahmen oder Komplettsanierung, und ob Förderung oder Steuerbonus.
  3. Angebote einholen. Ein Kostenvoranschlag ist noch keine Auftragsvergabe und gefährdet den Anspruch nicht.
  4. Antrag stellen, beim BAFA für die Hülle, im Portal „Meine KfW“ für die Heizung, über die Hausbank für KfW 261.
  5. Zusage abwarten, dann beauftragen. Oder mit aufschiebender Bedingung beauftragen, falls es schnell gehen muss.
  6. Nach Abschluss die Nachweise einreichen, damit Zuschuss oder Tilgungszuschuss ausgezahlt wird.
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Welche Reihenfolge ist bei deiner Sanierung eigentlich die richtige? Erst Dach oder erst Heizung, erst Fassade oder erst Fenster? Diese Frage kannst du dir selbst vermutlich noch nicht beantworten. Trotzdem wird sie für dich entscheidend, sobald der erste Energieberater oder Handwerker vor dir steht und nach deinem Plan fragt. Diese Checkliste dient dir als Vorbereitung für genau dieses Gespräch.

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